Dresden Frauenkirche

Zwei Urlaubstage in Dresden

Selbst auf uns, die wir oft in unserer Landeshauptstadt unterwegs sind, übt das barocke Dresden eine magische Anziehungskraft aus und am liebsten haben wir es, wenn wir diese einmalig schöne Stadt besuchen können, ohne von den Alltagsaufgaben abgelenkt zu sein ...


Dresden zu Fuß und mit dem Rad

Da wir gern aktiv unterwegs sind, haben wir Dresden in unserem letzten Urlaub an zwei aufeinanderfolgenden Tagen per pedes und mit dem Fahrrad erkundet. Am ersten Tag sind wir die knapp 50 km mit dem Auto gefahren und haben uns wiedereinmal die schöne barocke Altstadt


angesehen. Am zweiten Tag sind wir die 12 km bis zum Kamenzer Bahnhof mit dem Fahrrad und von dort mit dem Zug bis zum Dresdner Hauptbahnhof gefahren, um von dort aus eine Radtour durch den Großen Garten und entlang der Elbe bis hin zum berühmten Canaletto-Blick und dem Dresdner Zwinger zu machen. Hier unser kurzer Reisebericht ...


Blick von der Frauenkirche Dresden

Tag 1: Ein Spaziergang durch die Dresdner Altstadt

Für Liebhaber barocker Baukunst ist die Dresdner Altstadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten weltweit eine der besten Adressen. Unser erstes Ziel war die wiederaufgebaute und im Herbst 2005 feierlich geweihte Externer Link Frauenkirche. Da wir dieses imposante Bauwerk innen bereits mehrfach besichtigt haben, entschieden wir uns diesmal für den Aufstieg zur Kuppel und Aussichtsplattform der Kirche. Davon ließen wir uns auch nicht abhalten, als wir erfuhren, dass der Aufzug, der die Besucher normalerweise die ersten 24 m in die Höhe befördert, defekt war. So ging es zu Fuß über Treppen, den Wendelgang in der Kuppel und schließlich eine steile Leitertreppe in luftige 67 m Höhe. Besonders beeindruckt hat uns im Wendelgang, der übrigens eine Steigung von 14 % aufweist, der Blick durch die Fenster in die Kuppel der Frauenkirche. Im Boden der Kuppel befindet sich ein kreisrundes, großes Loch, durch das man bis auf den Boden der Kirche schauen kann. Unnötig zu sagen, dass die Anstrengung des Aufstiegs auf der Aussichtsplattform mit einem herrlichen Ausblick über die gesamte Stadt belohnt wird. Weiter führte unser Weg zur Brühlschen Terrasse, auch bekannt unter dem Namen "Balkon Europas", der sich etwa 500 m zwischen Augustusbrücke und Carolabrücke entlang der Elbe erstreckt. Dort laden Cafés und Restaurants zum Verweilen ein, Spaziergänger genießen den Blick über die Elbe und winken den vorbeifahrenden Raddampfern oder steigen direkt am Terrassenufer zu, um ihre Elbtour mit der größten und ältesten Raddampferflotte der Welt zu starten - übrigens ein schönes Erlebnis, das wir uns auch schon gegönnt haben. Über eine große Treppe gelangt man von der Brühlschen Terrasse direkt auf den Schlossplatz, wo das Friedrich-August-Denkmal, die imposante katholische Hofkirche St. Trinitatis und linkerhand der weltbekannte Fürstenzug ins Auge fallen. Von dort ging es weiter auf den Theaterplatz mit dem Reiterstandbild König Johanns vor der beeindruckenden Kulisse der im Stil der italienischen Renaissance erbauten Externer Link Semperoper. Schließlich folgte ein Abstecher in die Schloßstraße zum Kleinen Lichthof des Dresdner Residenzschlosses, der im Rahmen der Restaurierung vollständig mit einer Glaskuppel überdacht wurde. Das Residenzschloss ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt. Schon etwas pflastermüde bummelten wir dann noch über den Altmarkt mit der 92 m hohen Kreuzkirche zurück in Richtung Pirnaischer Platz, wo unser Auto stand. Wir beendeten unseren Tagesausflug nach Dresden mit vielen bleibenden Eindrücken und der Vorfreude auf den nächsten Tag, an dem wir unserer schönen Landeshauptstadt einen weiteren Besuch abstatten wollten ...


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Tag 2: Mit dem Fahrrad durch den Großen Garten und zum Canaletto-Blick

Zeitig am Morgen ging es mit den Drahteseln auf nach Kamenz zum Bahnhof. Den Sondertarif von schlappen 25 EUR für 2 Personen samt Fahrrädern für Hin- und Rückfahrt betrachteten wir als Schnäppchen und "landeten" am frühen Vormittag auf dem Dresdner Hauptbahnhof. Sofort ging es los, vorbei am "Glücksgasstadion" (wir finden den Namen nicht so prickelnd und bleiben lieber beim ursprünglichen Namen "Rudolf-Harbig-Stadion"), in Richtung Externer Link Großer Garten. Da man mit dem Fahrrad etwas schneller unterwegs ist, kann man den gesamten, ca. 1,8 km² großen Park in angemessener Zeit fast vollständig in Augenschein nehmen. Wir starteten vom Eingang an der Lennéstraße, wo sich die Restaurants Torwirtschaft und Wachstube befinden. Nach einem kurzen Abstecher zum sehenswerten Mosaikbrunnen führte unser Weg auf der Hauptallee direkt auf das Palais zu, welches sich exakt im Zentrum des Großen Gartens befindet. Das barocke Lustschloss wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg um 1680 errichtet und zählt zu den bedeutendsten kunst- und kulturhistorischen Gebäuden Dresdens. Nach der schweren Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ist das Palais heute von aussen wieder vollständig restauriert. Das Gebäudeinnere kann nur bedingt besichtigt werden, da der Ausbau noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Vom Palais aus ging es dann rechts in Richtung Bahnhof Zoo, einer Haltestelle der Parkeisenbahn, vorbei am Carolaschlösschen und dem idyllischen Carolasee zu den Liegewiesen, die von den Dresdnern und Ausflüglern intensiv für Sonnenbäder und Picknick-Nachmittage genutzt werden. Hin und wieder hörten wir das Pfeifen und die charakteristischen Geräusche der Miniatureisenbahn, die auf einem 381-mm-Gleis vollbesetzt mit Passagieren ihre Bahnen durch die Parkanlage zog. Seit den 50er Jahren, als die heutige Parkeisenbahn noch "Kindereisenbahn" und zu DDR-Zeiten auch "Pioniereisenbahn" hieß, wird der Fahrbetrieb hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen in ihrer Freizeit organisiert. Neben Elektroloks zählt auch eine fast hundertjährige Dampflokomotive zum Bestand der Parkeisenbahn. Von den Liegewiesen ging es in den nördlichen Teil des Gartens, vorbei an Bastion und Neuteich zum Dahliengarten, der uns mit voller Blütenpracht in vielfältigen Farben empfing. Da wir zu diesem Zeitpunkt bereits reichlich 20 km mit dem Rad zurückgelegt hatten, genehmigten wir uns noch einen kleinen Snack und einen ordentlichen Schluck in der Wachstube, bevor wir weiter durch die Stadt, vorbei an der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen und entlang des Terrassenufers in Richtung Augustusbrücke fuhren und diese überquerten, um zur anderen Elbseite zu gelangen. Unser Ziel war es, uns den berühmten "Canaletto-Blick" auf die Dresdner Altstadt zu gönnen. Speziell dafür wurde an der Stelle, an der einst der venezianische Maler Bernardo Bellotto seine Sicht auf Dresden verewigte, ein leerer Rahmen aufgestellt, durch den man die weltberühmte Silhouette Dresdens vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke live genießen kann. Nach diesem einmaligen Augenschmaus ging es über die Augustusbrücke zurück zum Theaterplatz, wo wir bei herrlichem Sonnenschein und einer Tasse Kaffee vor der eindrucksvollen Kulisse der Semperoper wiederum eine kleine Pause machten. Schließlich setzten wir unserer Fahrradtour durch Dresden mit einem Besuch des Dresdner Zwingers, welcher als barockes Gesamtkunstwerk auf keiner Sightseeing-Tour durch die Stadt fehlen darf, die Krone auf, um dann schließlich wieder zum Hauptbahnhof zu radeln und mit der Bahn zurück nach Kamenz zu fahren. Nach den 12 km von Kamenz nach Bernsdorf zeigte der Fahrrad-Kilometerzähler zwar nur reichlich 40 km an, aber wir können Ihnen versichern, das es eine der erlebnisreichsten Städtetouren war, die wir in Sachsen unternommen haben.

Unser kurzer Bericht kann sicher nicht alle Erlebnisse und Eindrücke wiedergeben, sondern allenfalls inspirieren. Am besten Sie probieren es einmal selbst und erobern Dresden als eine der schönsten Städte der Welt auf Ihre ganz persönliche Weise. Wir wünschen Ihnen dazu bestes Wetter und viel Vergnügen.

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