Tag 1: Ein Spaziergang durch die Dresdner Altstadt
Für Liebhaber barocker Baukunst ist die Dresdner Altstadt
mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten weltweit
eine der besten Adressen. Unser erstes Ziel war die wiederaufgebaute
und im Herbst 2005 feierlich geweihte
Frauenkirche.
Da wir dieses imposante Bauwerk innen bereits mehrfach besichtigt haben,
entschieden wir uns diesmal für den Aufstieg zur Kuppel
und Aussichtsplattform der Kirche. Davon ließen wir uns
auch nicht abhalten, als wir erfuhren, dass der Aufzug, der die Besucher
normalerweise die ersten 24 m in die Höhe befördert, defekt
war. So ging es zu Fuß über Treppen, den Wendelgang in der
Kuppel und schließlich eine steile Leitertreppe in luftige 67
m Höhe. Besonders beeindruckt hat uns im Wendelgang,
der übrigens eine Steigung von 14 % aufweist, der Blick durch die
Fenster in die Kuppel der Frauenkirche. Im Boden der
Kuppel befindet sich ein kreisrundes, großes Loch, durch das man
bis auf den Boden der Kirche schauen kann. Unnötig zu sagen, dass
die Anstrengung des Aufstiegs auf der Aussichtsplattform mit einem herrlichen
Ausblick über die gesamte Stadt belohnt wird. Weiter führte
unser Weg zur Brühlschen Terrasse, auch bekannt
unter dem Namen "Balkon Europas", der sich
etwa 500 m zwischen Augustusbrücke und Carolabrücke
entlang der Elbe erstreckt. Dort laden Cafés und Restaurants
zum Verweilen ein, Spaziergänger genießen den Blick über
die Elbe und winken den vorbeifahrenden Raddampfern oder steigen direkt
am Terrassenufer zu, um ihre Elbtour mit der größten
und ältesten Raddampferflotte der Welt zu starten
- übrigens ein schönes Erlebnis, das wir uns auch schon gegönnt
haben. Über eine große Treppe gelangt man von der Brühlschen
Terrasse direkt auf den Schlossplatz, wo das Friedrich-August-Denkmal,
die imposante katholische Hofkirche St. Trinitatis
und linkerhand der weltbekannte Fürstenzug ins
Auge fallen. Von dort ging es weiter auf den Theaterplatz
mit dem Reiterstandbild König Johanns vor der
beeindruckenden Kulisse der im Stil der italienischen Renaissance erbauten
Semperoper.
Schließlich folgte ein Abstecher in die Schloßstraße
zum Kleinen Lichthof des Dresdner Residenzschlosses,
der im Rahmen der Restaurierung vollständig mit einer Glaskuppel
überdacht wurde. Das Residenzschloss ist eines der ältesten
Bauwerke der Stadt. Schon etwas pflastermüde bummelten wir dann
noch über den Altmarkt mit der 92 m hohen Kreuzkirche
zurück in Richtung Pirnaischer Platz, wo unser
Auto stand. Wir beendeten unseren Tagesausflug nach Dresden
mit vielen bleibenden Eindrücken und der Vorfreude auf den nächsten
Tag, an dem wir unserer schönen Landeshauptstadt einen weiteren
Besuch abstatten wollten ...
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Tag 2: Mit dem Fahrrad durch den Großen Garten und zum Canaletto-Blick
Zeitig am Morgen ging es mit den Drahteseln auf nach Kamenz
zum Bahnhof. Den Sondertarif von schlappen 25 EUR für 2 Personen
samt Fahrrädern für Hin- und Rückfahrt betrachteten wir
als Schnäppchen und "landeten" am frühen Vormittag
auf dem Dresdner Hauptbahnhof. Sofort ging es los, vorbei am "Glücksgasstadion"
(wir finden den Namen nicht so prickelnd und bleiben lieber beim ursprünglichen
Namen "Rudolf-Harbig-Stadion"), in Richtung
Großer
Garten. Da man mit dem Fahrrad etwas schneller
unterwegs ist, kann man den gesamten, ca. 1,8 km² großen
Park in angemessener Zeit fast vollständig in Augenschein nehmen.
Wir starteten vom Eingang an der Lennéstraße, wo sich die
Restaurants Torwirtschaft und Wachstube befinden. Nach
einem kurzen Abstecher zum sehenswerten Mosaikbrunnen
führte unser Weg auf der Hauptallee direkt auf
das Palais zu, welches sich exakt im Zentrum des Großen
Gartens befindet. Das barocke Lustschloss wurde nach
dem Dreißigjährigen Krieg um 1680 errichtet und zählt
zu den bedeutendsten kunst- und kulturhistorischen Gebäuden Dresdens.
Nach der schweren Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ist das Palais
heute von aussen wieder vollständig restauriert. Das Gebäudeinnere
kann nur bedingt besichtigt werden, da der Ausbau noch nicht vollständig
abgeschlossen ist. Vom Palais aus ging es dann rechts in Richtung Bahnhof
Zoo, einer Haltestelle der Parkeisenbahn,
vorbei am Carolaschlösschen und dem idyllischen
Carolasee zu den Liegewiesen, die
von den Dresdnern und Ausflüglern intensiv für Sonnenbäder
und Picknick-Nachmittage genutzt werden. Hin und wieder
hörten wir das Pfeifen und die charakteristischen Geräusche
der Miniatureisenbahn, die auf einem 381-mm-Gleis vollbesetzt
mit Passagieren ihre Bahnen durch die Parkanlage zog. Seit den 50er
Jahren, als die heutige Parkeisenbahn noch "Kindereisenbahn"
und zu DDR-Zeiten auch "Pioniereisenbahn"
hieß, wird der Fahrbetrieb hauptsächlich von Kindern und
Jugendlichen in ihrer Freizeit organisiert. Neben Elektroloks zählt
auch eine fast hundertjährige Dampflokomotive
zum Bestand der Parkeisenbahn. Von den Liegewiesen ging es in den nördlichen
Teil des Gartens, vorbei an Bastion und Neuteich zum Dahliengarten,
der uns mit voller Blütenpracht in vielfältigen Farben empfing.
Da wir zu diesem Zeitpunkt bereits reichlich 20 km mit dem Rad zurückgelegt
hatten, genehmigten wir uns noch einen kleinen Snack und einen ordentlichen
Schluck in der Wachstube, bevor wir weiter durch die Stadt, vorbei an
der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen und entlang
des Terrassenufers in Richtung Augustusbrücke
fuhren und diese überquerten, um zur anderen Elbseite zu gelangen.
Unser Ziel war es, uns den berühmten "Canaletto-Blick"
auf die Dresdner Altstadt zu gönnen. Speziell
dafür wurde an der Stelle, an der einst der venezianische Maler
Bernardo Bellotto seine Sicht auf Dresden verewigte,
ein leerer Rahmen aufgestellt, durch den man die weltberühmte
Silhouette Dresdens vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke
live genießen kann. Nach diesem einmaligen Augenschmaus ging es
über die Augustusbrücke zurück zum Theaterplatz,
wo wir bei herrlichem Sonnenschein und einer Tasse Kaffee vor der eindrucksvollen
Kulisse der Semperoper wiederum eine kleine Pause machten.
Schließlich setzten wir unserer Fahrradtour durch Dresden mit
einem Besuch des Dresdner Zwingers, welcher als barockes
Gesamtkunstwerk auf keiner Sightseeing-Tour
durch die Stadt fehlen darf, die Krone auf, um dann schließlich
wieder zum Hauptbahnhof zu radeln und mit der Bahn zurück nach
Kamenz zu fahren. Nach den 12 km von Kamenz nach Bernsdorf
zeigte der Fahrrad-Kilometerzähler zwar nur reichlich 40 km an,
aber wir können Ihnen versichern, das es eine der erlebnisreichsten
Städtetouren war, die wir in Sachsen unternommen
haben.
Unser kurzer Bericht kann sicher nicht alle Erlebnisse und Eindrücke
wiedergeben, sondern allenfalls inspirieren. Am besten Sie probieren
es einmal selbst und erobern Dresden als eine der schönsten
Städte der Welt auf Ihre ganz persönliche Weise.
Wir wünschen Ihnen dazu bestes Wetter und viel Vergnügen.
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